Zusammenfassung der 2. Befragung
Die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Studie sind:
- Werte sind tatsächlich was wert – als Orientierungs- und Entscheidungshilfe.
- Werte sind tatsächlich in (mindestens) drei Bereichen anzutreffen: als persönliche Lebensziele, als geschätzte Persönlichkeits-Eigenschaften und als gesellschaftliche Ziele.
- In allen drei Bereichen gibt es viele einzelne Werte, die im Durchschnitt als subjektiv „sehr wichtig“ eingestuft werden.
- Ein weiterer Grossteil der getesteten 175 Werte wird zumindest als „wichtig“ eingestuft, weniger wichtige Werte bilden eine kleine Minderheit.
- Den Befragten sind also viele Werte zugleich wichtig. Diesen Umstand gilt es bei der Fortsetzung der Werte-Forschung zu beachten.
- Eine gewisse Komplexitäts-Reduktion bringt eine Faktorenanalyse, welche die sechs Dimensionen „Traditionsbewusstsein“, „Idealismus“, „Selbstkompetenz“, „Selbstverwirklichung“, „Reife/Sinn“ sowie „Lebensfreude“ identifizierte. Darauf lässt sich aufbauen.
- Werte sind offensichtlich kein Nullsummenspiel, bei dem ein Zugewinn beim einen Wert zu einem Abbau an Bedeutung beim anderen führt. Vielmehr unterscheiden sich Menschen auch danach, wie wichtig ihnen Werte insgesamt sind: Ein hoher Stellenwert der einen Werte-Dimension führt tendenziell zu einer ebenfalls überdurchschnittlich hohen Bewertung der anderen Werte-Dimensionen – und umgekehrt.
- Dasselbe Phänomen gibt es auch bei einem anderen „soft factor“, nämlich bei der Ausprägung unterschiedlicher Teil-Identitäten, die ebenfalls nicht in einem Konkurrenzverhältnis stehen, sondern gemeinsam gehäuft auftreten.
- Der langsam, aber sicher wirksame Trend von Geld zu Geist, von Quantität zu Qualität, von materiellen zu immateriellen Werten, ist ungebrochen.
- Bei der „Bewusstseins-Elite“, für welche die Befragten stehen, bleiben Lebensqualität und Optimismus auf hohem Niveau stabil.
Wie jede gute Forschung führte auch diese Studie zu mehr neuen Fragen als zu abschliessenden Antworten:
- Wie lassen sich die vorgefundenen vielschichtigen und komplexen Werte-Landschaften weiter zu handhabbaren Werte-Landkarten verdichten?
- Welche Leit-Werte könnten gleichsam als Leuchttürme in unübersehbaren Werte-Landschaften dienen?
- Mit welchen sprachlichen Formulierungen lassen sich Werte am besten erfassen?
- Wie wirken sich Werte auf Verhalten und Befindlichkeit aus?
- Wie verändern sich Werte in Zeiten der Krise?
- Und so fort.
ISG Institut AG, St. Gallen